Seit dem 5. Oktober sind wir zu fünft. Unser Jüngster war bei der Geburt 48 cm gross und 3310 g schwer und ich hatte eine Spontangeburt. 

Angefangen hat alles aber weniger spontan:
Wir haben am 3. Oktober noch gemütlich mit unseren Nachbarn auf der Strasse draussen geplaudert und ich bekam von meiner Nachbarin ein Scheppes Indian Tonic spendiert (chininhaltig -> wehenfördernd). Ob es nun die Folgen dieses Getränkes waren oder nicht - ich bekam auf jeden Fall um 23 Uhr Wellen im 5 min. Abstand. Um 1 Uhr in der Nacht bin ich dann mal in die Badewanne um zu sehen ob sich was verändert und nach einer Stunde im warmen Wasser (ohne Veränderung der Wellenabstände) haben wir uns dann entschlossen ins Spital zu fahren (die Coolness vielleicht doch kurzfristig eine Hausgeburt zu riskieren, hatte ich dann doch nicht :)). Im Spital wurde ich ans CTG gehängt und untersucht und der Muttermund war erst 2-3 cm offen. Daher sind wir wieder nach Hause gefahren und waren wieder da, bevor die Kinder um 8 Uhr aufgestanden sind (eine Nachbarin hat sie während unserer Abwesenheit gehütet). Der Rest vom Tag verbrachte ich mehr oder weniger im Bett und am Abend als ich dann Wellen im 2 min. Abstand hatte, haben wir uns wieder entschieden ins Spital nach Heiden zu fahren. Ich war zu dem Zeitpunkt schon ziemlich verunsichert ob wir jetzt fahren sollen oder nicht. Im Spital sagte man uns, dass der Muttermund jetzt zwar schön weich sei aber nach wie vor nur 2-3 cm offen und man fragte uns ob wir wieder nach Hause oder spazieren gehen wollten. Ich war fürs Spazieren, da die Bergstrecke (mit Umleitung) mit Wellen nicht so angenehm war ;). Wir haben also in einem Park in Heiden zig Runden gedreht und Andreas hat mich toll unterstützt/gestützt :). Irgendwann hatte ich dann das Gefühl, dass sich was verändert und daher sind wir um 22 Uhr wiedermal ins Spital um dort zu erfahren, dass der Muttermund jetzt 4 cm offen ist und dass wir jetzt aber dort bleiben können. Im Kreißsaal bin ich mehr oder weniger die ganze Zeit gestanden, da ich mir fest vorgenommen hatte, mich ja nicht hinzulegen wie bei den ersten beiden Geburten. Meine Hebamme fand dann aber doch ich soll mal in die Seitenlage wechseln und hat dann gemeint, dass das dem Baby besser gefällt. Irgendwann hatte ich plötzlich das Gefühl "mitzutönen" und dann ging eigentlich alles ganz schnell. Ich war in der Rückenlage, habe brav visualisiert (Rosenknospe und Schleusen) und wusste eigentlich immer wo sich das Baby befindet auf seinem Geburtsweg (ich habe visualisiert wie es sich dreht). Ich habe die Geburtsatmung gemacht bis meine Hebamme meinte, ich müsse jetzt pressen und ich selber hatte auch das Gefühl. Sie meinte, dass Baby sei gestresst und hat auch schon angefangen die Saugglocke vorzubereiten und aber gesagt, sie richtet es nur her, ich schaffe es ohne. Und dann war unser Sohn da!!! Ich bin nicht gerissen und war so fit wie noch nie nach einer Geburt.

PS: Die Geburt war zwar alles andere als schmerzfrei, v.a. die Wellen (ich hatte so ein Ziehen im Kreuz), ich bekam Schmerzmittel, homöopathische Mittel (Kalium, Cuprum) und zum Schluss auch Lachgas aber es war die schönste Geburt von den dreien. Wir haben ein gesundes liebes Baby und ich bin total froh, dass wir den Hypnobirthing- Kurs gemacht haben, da ich dadurch mein Selbstvertrauen, das Kind auf natürlichem Weg auf die Welt zu bringen, zurückgewonnen habe.

Geburtsbericht aus der Sicht des Mannes:

Als Ergänzung zu Anitas Bericht möchte ich sagen, dass beide vorigen Geburten für mich viieeeeeel schlimmer waren. Ich durfte damals mitansehen, wie Anita über vielen Stunden leidet und dann nur mit drastischen Massnahmen (Kaiserschnitt, äussere Gewalt) unsere Kinder geboren wurden. Anita konnte diesmal zum ersten Mal unsere Baby mit Freude in Empfang nehmen und hatte noch die Kraft dies zu geniessen und zu zeigen. Ich bin also auch froh, dass wir den Kurs gemacht haben. Erwähnen möchte ich noch ganz nebenbei, dass diesmal die Geburt für mich auch nicht ganz schmerzfei war (ich hatte eine Wunde vom Heimwerken an der rechten Hand und Anitas Fingernägel haben sich bei jeder Welle in die Wunde gebohrt). Ich habe es nicht gewagt zu schreien (wollte ja nicht als Memme dastehen) - hätte es aber gern getan. Ca. die Hälfte des Blutes auf dem Bett kam dann schliesslich von mir - aber vielleicht bietet ja mal jemand einen Hypnobirthing-Kurs für Männer an ;-)))

Anita und Andreas