Um ehrlich zu sein, hatte ich Angst vor der Geburt meines Kindes seit ich zurück denken kann...
Durch den medialen Einfluss und den unzähligen Horrorgeschichten von Freundinnen, Verwandten, Bekannten und Bekannten von Bekannten hat sich das Bild von schreienden, verschwitzten Frauen auf dem weißen Bett umgeben von einer Horde Ärzte die ihr zurufen sie solle „Pressen!“ so manifestiert, dass ich mir jahrelang nicht sicher war, ob ich eigene Kinder haben will. Wenn ja, am liebsten unter Vollnarkose, damit mir alle schrecklichen Eindrücke erspart bleiben!

Dann kam der Tag an dem ich erfahren habe, dass ich schwanger bin. Die Angst vor der Entbindung habe ich versucht weit weg zu schieben – Nach dem Motto: Irgendwie muss es ja raus...

Auf der Suche nach Yogastunden für Schwangere bin ich auch auf Katharina und ihren HypnoBirthing Kurs gestoßen. Mein Partner hatte kürzlich etwas im Fernsehen darüber gesehen und meinte das könnte doch auch etwas für uns sein.

Nach einem kurzen Kennenlernen stand für uns fest, dass wir es auf jeden Fall versuchen möchten. Freunden und Bekannten wollten wir zuerst nichts davon erzählen, weil wir es leid waren, wieder nur negative Bilder suggeriert zu bekommen.

Der Kurs veränderte alles.
Ich lernte mich zu entspannen, zuversichtlich auf die Geburt zu zugehen, der Natur zu vertrauen, Kontakt mit meinem Baby aufzunehmen und mit viel Vertrauen in meinen Partner diesen Weg zu beschreiten. Nach ein paar Einheiten stand für uns auch fest, dass wir eine Hausgeburt planen wollen, ganz natürlich, selbstbestimmt und ohne Medikamente!
Plötzlich war es uns völlig egal, was unser Umfeld sagte, wir strahlten so eine Zuversicht aus, dass uns nichts mehr schlecht gemacht werden konnte, im Gegenteil - alle waren ganz gespannt wie die Geburt in der Praxis ablaufen würde.

Der Tag der Geburt unseres Sohnes.
Wie gewünscht kam unser Sohn in unserem Wohnzimmer im Geburtspool zur Welt.
Die Wellen gingen um 4.00 Uhr los und als sich meine Fruchtblase öffnete war ich mir sicher, dass es sich nicht um Übungswellen handelte. Ich war voller Vorfreude und völlig entspannt. Ich ließ mir noch ein heißes Bad ein, hörte die Affirmationen und die Regenbogenentspannung – ja ich nutzte sogar die Zeit noch um mir eine Gesichtsmaske zu machen und mir die Haare zu waschen. Erst nach drei Stunden weckte ich meinen Partner und informierte meine Hebamme.
Die Eröffnungswellen liefen so entspannt ab, dass gegen Mittag unsere Hebamme nochmal für eine Stunde das Haus verließ. Am frühen Nachmittag folgte dann die zweite Untersuchung und mein Muttermund war noch immer bei 4 cm und an einer Stelle stark verhärtet. Da wurde uns klar, dass unser Junge mit der Faust im Gesicht in den Geburtskanal will. Ich hatte starke Wellen und ich konnte mich auch nicht mehr auf die Atmung konzentrieren. Dennoch, keine Sekunde lang war ich unsicher, ängstlich oder nervös. Ich vertraute völlig auf unsere Entscheidung, auf unseren Instinkt und auf die Erfahrung unserer Hebamme.
Sie ließ mir den Geburtspool ein, mein Partner heizte den Kachelofen ein und ich verarbeitete weiter die Wellen und redete mit meinem Jungen.
Das warme Wasser war so entspannend und ich hatte das Gefühl, die Zeit vergeht sehr schnell. Um 15.00 Uhr war mein Muttermund 7 cm geöffnet. Ich verarbeitete noch 4-5 Wellen, mit der Ballonatmung und bereitete mich zwischen den Wellen darauf vor, dass ich bald mein Baby bei mir habe.
Dann kam das Gefühl, dass ich schieben sollte. Ich war so klar bei der Sache, dass ich spüren konnte wie er mit jeder Welle ein Stückchen mehr zu uns kam. Zwischen den Wellen atmete ich zu meinem Baby, damit er genügend Sauerstoff bekommt und sich seine Zeit nehmen kann die er braucht. Eine halbe Stunde später war er da!
Durch die sehr gute Vorbereitung wurde aus meiner größten Angst eine wundervolle Erfahrung die ich niemals missen möchte!
Auch nach der Geburt waren mein Partner und ich sehr entspannt. Unsere Hebamme lobte uns bei den Hausbesuchen, wie ruhig und zuversichtlich wir doch für unser erstes Kind seien. Auch unser Sohn ist ein entspanntes Baby und ich bin mir sicher auch das haben wir HypnoBirthing zu verdanken!
Unser Junge wog 3560 Gramm war 50cm groß und hatte einen Kopfumfang von 35cm plus seiner Faust im Gesicht.

Jasmine