Liebe Katharina,

Am 16.1. ist unser lieber Sohn L. auf die Welt gekommen. Im Anhang sind ein paar Fotos von ihm, an seinem ersten Lebenstag.
Nun, zwei Wochen danach, geht es uns allen Bestens und wir sind ganz in den Kosmos stillen, wickeln, kuscheln eingetaucht.
Von S. habe ich gehört, dass auch bei dir alles gut gegangen ist und euer Baby Mitte Dezember auf die Welt kam.  Mädchen oder Bub?

Danke nochmals für deinen wunderbaren Kurs, der uns sehr aufgebaut hat und von dem wir unglaublich profitierten. Wir waren wirklich super vorbereitet und ich konnte eine natürliche Geburt im vertrauten häuslichen Rahmen haben. Rückblickend empfinde ich sie als eine unglaubliche Kraftquelle und sie erfüllt mich mit großem Stolz.

Ich konnte die Techniken von Hypnobirthing anwenden und sie und S. haben mich durch den Geburtsverlauf getragen. Das war wirklich wunderschön.

Ich schicke dir einen Geburtsbericht vorweg nur für dich zum Lesen. Ich werde ihn dann noch etwas überarbeiten und fit für deine Homepage machen.
Ich schick dir liebe Grüße

Carmen



Hier nun der Geburtsbericht...

Die Geburt unseres Sohnes
Nun sind einige Monate vergangen, seit unser lieber Sohn auf die Welt kam. Ich blicke nun mit etwas Abstand zurück und noch immer bin ich gerührt, dankbar und wahnsinnig stolz auf unsere Hausgeburt, die uns allen so viel Kraft geschenkt hat.
In den folgenden Zeilen eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse. Ich bin mit neununddreißig mit meinem ersten Kind schwanger geworden. Gleich war mir klar, dass ich dieses bei uns Zuhause mit einer erfahrenen Hebamme bekommen möchte. Mit einer Freundin habe ich mich schon vor Jahren viel darüber unterhalten, dass in uns Frauen eine unglaubliche Kraft steckt. Nämlich die Urkraft und Fähigkeit Kinder zu gebären, fernab des Diktats von Technik, Medizin und Männern in weißen Kitteln. Genau diese Frauenurkraft wollte ich kennenlernen und mein Kind im Vertrauen gebären. Glücklicherweise erfuhren mein Partner und ich während meiner Schwangerschaft von den Möglichkeiten des Hypnobirthing und wir belegten einen Kurs bei Katharina Sigmund. In diesem Kurs erhielten wir Beide das Handwerkszeug, womit wir vertrauensvoll und gut vorbereitet in unsere Hausgeburt gehen konnten.
Das Geburtsgeschehen begann dann ein Tag nach dem Geburtstermin um ca. 23.00 Uhr, als ich feststellte, dass sich „richtige Wehen“ völlig anders anfühlten als die sanften Vorwehen der Vornacht. Gebeutelt von starken Schmerzen weckte ich meinen Partner und kündigte an, dass es nun losgehen würde. Zu dieser Zeit öffnete sich auch meine Fruchtblase und ich verlor etwas Fruchtwasser. Ich muss gestehen, ich war etwas schockiert über die Heftigkeit der „Wehen“ und es war mir noch nicht möglich, meine Atem- und Visualisierungsübungen anzuwenden, wie ich es so oft geübt hatte. Es ärgerte mich, doch es blieb mir nicht viel Zeit mich zu beschweren, denn ich wurde von einer Wehe nach der Anderen überwältigt. Wir gingen in telefonischen Kontakt mit unserer Hebamme, mein Partner begann alles für die Geburt herzurichten, brachte den Hund zu meinen Eltern und ließ mir ein Bad ein. Als die „Wehen“, ich werde sie im weiteren Bericht Wellen nennen, in fünf Minuten Abständen kamen, kam auch unsere Hebamme. Es war nun 2 Uhr. Nach Kontrolle des Muttermunds, der sechs bis sieben cm geöffnet war, ließ sie verlauten: „Wir bekommen ein Kindlein, noch in diesem Theater“. Ich erzählte ihr, dass ich es wegen der Heftigkeit der Wellen einfach nicht schaffte einzuatmen und den orangefarbenen Ballon zu visualisieren. Sie leitete mich dann einmal an und plötzlich war es möglich – ich atmete, ich visualisierte, ich entspannte mich. Dann verlor ich Raum und Zeit. Ich war total bei mir, in meinem Rhythmus, meinen Bewegungen und atmete und tänzelte mich durch die Wellen. Ca. drei Stunden war ich völlig in Trance. Ich erinnere mich noch, wie mein Partner mich fragte, ob ich denn nun immer noch Wellen hätte. Von außen war nicht mehr wahrnehmbar, wann ich eine Welle hatte und ich kann mich nicht an Schmerzen in diesen Stunden erinnern. So gegen 5:00 Uhr früh kam ich wieder zu mir und ich spürte, dass mich die nächste Etappe erwartete. Mein Muttermund war mittlerweile völlig geöffnet und unser Kind sollte sich nach unten bewegen. Nur bewegte es sich nicht so schnell nach unten, wie ich es erwartet hatte. Die Wellen wurden schwächer und ich wurde etwas verzweifelt, weil ich mir nicht vorstellen konnte, wie ich es schaffen sollte mein Kind nach unten zu pressen. Die Hebamme holte aus ihrem Zauberköfferchen alles was sie hatte, um die Intensität der Wellen zu erhalten. Ich schnüffelte Oxytocin, bekam Globolis und wir massierten meinen Bauch mit einem Spezialöl. Doch ich spürte nicht, dass unser Kind nach unten wanderte. Eher blieb es rechts in meinem Bauch hängen. Nach 2 stündiger beinharter Körperarbeit mit viel Pressen und einigen leichten Panikanfällen, kam unser Sohn schließlich zur Welt. Plötzlich war er da – klein, blutig mit verformtem Köpfchen. So lag er da auf meiner Brust und er war das wunderbarste, schönste und herrlichste Geschöpf auf Gottes Erden. Fast eine viertel Stunde lag er da, ohne dass wir wussten ob er Bub oder Mädchen war. So eilig hatte er es auf meine Brust zu kommen. So wenig eilig hatten wir es, ihn wieder von dort zu entfernen. Als wir ihn dann aufhoben um zu schauen, bestätigte sich für mich, was ich eh schon wusste - ein Bub. Und dann nahm alles den üblichen Verlauf: Freude, Verwandtschaft, Sekt, Stillen, Wickeln, Eltern sein!
Auch in der schweren, letzten Phase unserer Geburt erinnerte ich mich an Affirmationen und Bilder aus HypnoBirthing, die mich, neben der wunderbaren Begleitung durch die Hebamme und meinen Partner, durch die Geburt trugen.

Carmen und Partner Leo